Museum

Provenienzforschung

Das Kulturamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat in der Villa Oppenheim eine Projektstelle zur  Provenienzforschung und zur Suche von vermissten Kunstwerken aus der Kunstsammlung Charlottenburg eingerichtet (Laufzeit 1. Juni 2012 bis 31. Mai 2013, Leitung Dr. Sabine Meister). 

 

Am 3. Dezember 1998 wurden die 11 Grundsätze der "Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust, Washington, D.C." verabschiedet, "die zur  Lösung offener Fragen und Probleme im Zusammenhang mit den durch die Nationalsozialisten beschlagnahmten Kunstwerke beitragen sollen." Die Museen der unterzeichneten Staaten wurden aufgefordert, ihre Bestände bezüglich ihrer Herkunft und insbesondere in Hinblick auf während der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig enteignete Kunstwerke zu überprüfen. 

 

Die Bundesregierung Deutschland, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände bekräftigten daraufhin 1999 durch die sogenannte "Gemeinsame Erklärung" erneut ihre Bereitschaft, auf der Basis dieser Washingtoner Grundsätze und nach Maßgabe ihrer rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten, nach weiterem NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgut zu suchen und gegebenenfalls die notwendigen Schritte zu unternehmen, eine gerechte und faire Lösung zu finden. 

 

Entsprechend der Erklärung sollen öffentliche Einrichtungen wie Museen, Archive und Bibliotheken ihre Bestände auch unabhängig von konkreten Rückgabeforderungen überprüfen, ihre Unterlagen erschließen, Informationen und Forschungsstände offen legen und Objekte mit unklarer oder bedenklicher Provenienz veröffentlichen. 

 

Dieser Erklärung gemäß werden alle Objekte überprüft, Kontextforschung betrieben und das Bestandsverzeichnis der Kunstsammlung Charlottenburg sukzessive überarbeitet und ergänzt. 

 

Das Ziel ist es, die Herkunft des Sammlungsbestandes zu überprüfen und aufzuklären. Dazu werden alle überlieferten Sammlungsinventare und die wenigen vorhandenen Archivalien unter dem Aspekt der Erwerbungen von 1933 bis 1945 - insbesondere Werke aus unbekannter Herkunft - überprüft. Gleiches gilt für Erwerbungsmaßnahmen des Bezirks Charlottenburg vom Kunsthandel, sofern sie Folgen der nationalsozialistischen Aktion "Entartete Kunst" von 1937 waren. 

 

Darüber hinaus stehen Recherchen, die im Kontext der Arisierung von Sammlungen während des Nationalsozialismus stehen und Recherchen zu anderen, kriegsbedingten Verlusten mitsamt ihren Folgen für die Sammlung im Mittelpunkt. 

 

Die Forschung erfolgte mit fachlicher Beratung der Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/ - forschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin und im Austausch mit der Forschungsstelle "Entartete Kunst", Freie Universität Berlin, Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften.