Museum

Sonderausstellung

1968 | Berlin-Charlottenburg
Zentrum der Revolte

7. Juni bis 23. September 2018

Schauplätze der Studentenbewegung

Open-Air-Ausstellung am Joachimsthaler Platz

Momentaufnahme
Fotografien von Klaus Mehner 1967-1970
Fotoausstellung in der Villa Oppenheim

 

Vor 50 Jahren war die Welt in Aufruhr: Studenten protestierten in den USA und in Europa gegen die herrschende Ordnung, Arbeiter riefen in Paris den Generalstreik aus, in der "Dritten Welt" kämpften Guerillabewegungen für ihre Ziele. Die Jahre 1967-69 erscheinen rückblickend als Zeit eines weltweiten Aufbruchs der jungen Generation.

Ein Zentrum der deutschen Studentenbewegung war der West-Berliner Bezirk Charlottenburg. Auf dem Kurfürstendamm, in Charlottenburger Clubs und Studierendentreffpunkten stritten und demonstrierten junge Aktivisten gegen autoritäre Strukturen, alte und neue Nazis und Polizeiwillkür. Sie forderten einen demokratischen Sozialismus und Bildungsreformen, erprobten in Kommunen und Kinderläden Alternativen zu den Idealen der bürgerlichen Kleinfamilie.


Zwei Ereignisse in Charlottenburg erschütterten die Bundesrepublik nachhaltig: Nahe der Deutschen Oper erschoss im Juni 1967 der Polizeibeamte Karl-Heinz Kurras während einer Demonstration den Studenten Benno Ohnesorg, am Kurfürstendamm verübte ein Neonazi im April 1968 ein Attentat auf Rudi Dutschke, den Wortführer der deutschen Studentenbewegung. Danach zersplitterte die "68er-Bewegung" zusehends. Einige radikalisierten sich bis hin zur Entstehung der terroristischen Rote Armee Fraktion. Andere lehnten Gewalt ab und engagierten sich für Frauenrechte, Umweltthemen und die Friedensbewegung.


An sechs Litfaßsäulen auf dem Joachimsthaler Platz am U-Bahn-Eingang Kurfürstendamm werden in deutscher und englischer Sprache zehn Schauplätze der Studentenrevolte in Charlottenburg vorgestellt. Großformatige Fotografien, Texte und eine nächtliche Video-Projektion geben einen Einblick in die damaligen Geschehnisse im Bezirk. Zeitgleich werden in der monografischen Schau in der Villa Oppenheim mehr als 30 Aufnahmen des Fotografen Klaus Mehner präsentiert, die ein bemerkenswertes Zeitzeugnis jener Zeit darstellen. 


Mit freundlicher Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.