Nächste Veranstaltungen

Im Stadtraum

Do, 27.06.2024, 13 Uhr

Einweihung der Informationstafel zu Treblinka am Amtsgerichtsplatz

Seit 1979 steht die Plastik Treblinka am Charlottenburger Amtsgerichtsplatz. Geschaffen hat sie der sowjetische Bildhauer Vadim Sidur (1924–1986) im Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungslager. Im öffentlichen Raum beider deutscher Staaten gehört das Denkmal zu den frühesten künstlerischen Auseinandersetzungen mit der Shoah.

Das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim lädt in Zusammenarbeit mit der Touro University Berlin ein zur Einweihung einer Informationstafel zur Plastik Treblinka von Vadim Sidur. Die Einweihung findet statt anlässlich des 100. Geburtstags des Künstlers.
Mit Beiträgen von Stephan Lehnstaedt, Touro University Berlin; Yevheniia Havrylenko, Kunsthaus Dahlem; sowie Karl Eimermacher, Freund und Förderer von Vadim Sidur.

Die Informationstafel ergänzt die digitale Ausstellung www.treblinka-gedenken-in-berlin.de

 

Die Umsetzung der Informationstafel wird ermöglicht durch City Tax- Mittel für besondere touristische Projekte im Bezirk der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, in Kooperation mit visitBerlin.

Aufstellung der Skulptur Treblinka vor dem Amtsgericht Charlottenburg im September 1979. Foto: Traudbert Erbe, Archiv Karl Eimermacher.

Führung, Sonstiges

Do, 04.07.2024, 18 Uhr

Eröffnung der Ausstellung
„Globumat. Erfindungen eines Überlebenstüftlers“

Der Globumat ist ein leuchtender und tönender Reklameapparat, konstruiert und patentiert Anfang der 1930er Jahre von dem Berliner Schneider Walter Altmann. Der Erfinder stellte sich vor, dass der Globumat an viel frequentierten Orten in der Stadt aufgehängt werden sollte. Er hätte sich in die vielverheißende Elektrifizierung des urbanen Alltags sehr gut eingefügt.

Walter Altmann beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit der Konstruktion von Dingen, die das alltägliche Leben erleichtern sollten. Er bastelte und tüftelte, wollte seine Erfindungen vermarkten und von ihnen leben. An der Verwertung seiner Patente hinderten ihn die Nationalsozialisten, denn Walter Altmann war Jude. Von den Jahren der Verfolgung, des Exils und Inhaftierung in Konzentrationslagern zeugt sein Erinnerungsbericht „Ohne das Lachen zu verlieren“. 

Die Ausstellung widmet sich dem Eigensinn von Walter Altmanns Lebensweg und seinen Erfindungen. Anlass ist die Restaurierung des Globumats aus den Sammlungen des Museums, die in diesem Jahr in Kooperation mit der HTW abgeschlossen wurde.

Zur Eröffnung wird der Globumat nach seiner Restaurierung durch Fayez Al Sharif erstmalig öffentlich vorgestellt und in Betrieb genommen. Wir laden Sie und Ihre Freund:innen herzlich dazu ein.

Im Stadtraum

So, 07.07.2024, 12.00 Uhr

Stadtspaziergang: Terror, Widerstand und Erinnerung in Charlottenburg

Die Viertel rund um die Villa Oppenheim waren seit den frühen 1930er Jahren wiederholt Schauplatz politischer Gewalt. Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten verbreitete der SA-Sturm 33 Terror. Insbesondere die kommunistische Gegenwehr im „Kleinen Wedding“ war massiv, doch auch aus anderen politischen Richtungen gab es Menschen, die Widerstand leisteten. Sie erhoben ihre Stimme gegen die NS-Politik, unterstützten Aktionen gegen das Regime oder setzten sich für Verfolgte ein. Entlang von historischen Schauplätzen schildert der Stadtspaziergang ausgewählte Ereignisse und Persönlichkeiten von Protest und Gegenwehr. Er thematisiert zudem, wie seit 1945 an Widerstand erinnert wird und welche Zeichen im Stadtraum gesetzt wurden.

Treffpunkt: Otto-Grüneberg-Weg, vor der Villa Oppenheim

Dauer: ca. zwei Stunden

Anmeldung erwünscht: Tel. 030-90 29 24 106 oder E-Mail museum[at]charlottenburg-wilmersdorf.de

 

gefördert aus City Tax- Mitteln für besondere touristische Projekte im Bezirk der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, in Kooperation mit visitBerlin.

Wilmerdorfer Straße, Ecke Wallstraße, ca. 1930 © Museum Charlottenburg-Wilmersdorf

Führung

So, 07.07.2024, 12.00 Uhr

Öffentliche Führung durch die Dauerausstellungen

Zum kommenden Museumssonntag rücken wir unsere ständigen Ausstellungen einmal wieder in den Fokus. Dabei wird die Entwicklung des Bezirks anhand verschiedenster Objekte der Stadt- und Alltagsgeschichte greifbar gemacht.

So erzählt die Ausstellung „WESTEN!“ von Ereignissen und Personen, die den Bezirk über gut drei Jahrhunderte geprägt haben. Darüber hinaus verbindet die ebenfalls ständig ausgestellte Kunstsammlung Stadt- mit Kunstgeschichte. Entstanden aus der Sammlung der städtischen Deputation für Kunstzwecke und der privaten Kunstsammlung Raussendorff, zeigt sie Gemälde, Grafiken und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, der Klassischen Moderne, sowie insbesondere der Berliner Secession. Die öffentliche Führung durch das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf lädt außerdem dazu ein, die Geschichte des heutigen Museumsgebäudes und seiner ehemaligen Bewohner:innen näher kennenzulernen.

Teilnahme kostenfrei. Anmeldung bitte telefonisch unter 030-90 29 24 106 oder via E-Mail an museum[at]charlottenburg-wilmersdorf.de. Bei freien Plätzen ist auch eine spontane Teilnahme möglich.

Angebot für Familien, Lesung/Gespräch/Film

Di, 09.07.2024, 18 Uhr

Poets’ Corner „Wir werden über die Einfachheit unserer Liebe staunen“.

Mit den Autor:innen Carl Ensom, Willi van Hengel, Aurélie Maurin, Noa Niss und Aleksej Tikhonov

Moderation: Ansgar Riedißer

So alt wie die Gattung selbst: Liebeslyrik. Bis heute erzählt Dichtkunst von den großen Schmerzen und Freuden der Liebe. An diesem Sommerabend teilen wir Kummer und Begehren an einem Ort, der als Archiv und Museum durchaus einige Romanzen erlebt haben dürfte. Unter anderem gibt das Berliner Projekt Lost&Found, das Autor:innen einlädt, poetische Texte zu gefundenen Schwarz-Weiß-Fotografien zu verfassen, Einblicke in seine Edition IN LIEBE VON. Liebe kommt selten ohne Musik aus – auch an diesem Abend begleitet sie uns.

Die Lesereihe Poets’ Corner ist Teil des poesiefestival berlin. Vom 5. bis 15. Juli lesen und performen Berliner Dichter:innen quer durch die Stadt und eröffnen der Poesie temporäre neue Orte. Mehr Infos unter www.poesiefestival.org.

Gefördert durch: Bezirksamt Charlottenburg. Das poesiefestival berlin ist ein Projekt des Haus für Poesie in Kooperation mit dem silent green Kulturquartier und der Akademie der Künste und wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Willi van Hengel lebt seit 2008 in Berlin. Arbeitet als Lektor im Deutschen Bundestag. Er ist Roman-, Hörbuch- und Theaterautor und Dichter. Anfang 2024 erschien das Hörbuch „Wir werden über die Einfachheit unserer Liebe“ (GD Publishing 2024). Der Roman „Entstellung des Gesichts“ wird Anfang 2025 erscheinen.

Aurélie Maurin lebt seit 2000 als Kuratorin, Moderatorin und Literaturübersetzerin in Berlin. Sie hat die Lyrikreihe VERSschmuggel im Wunderhorn Verlag mitbegründet und bis 2017 herausgegeben und hat vielfache Juryerfahrung. Seit 2021 bildet sie mit Anja Utler die künstlerische Leitung des Lyriktreffens Münster und leitet seit 2017 das TOLEDO-Programm. Sie ist auch als Musikerin und Songwriterin aktiv.

Lost & Found ist ein Projekt, das sich der Amateurfotografie verschrieben hat. Auf Flohmärkten gefunden haben diese Bilder oft keine erkennbare Geschichte mehr. Lost & Found setzt diese Bilder in einen neuen Kontext. Dabei entsteht eine Synergie aus Fotografien und literarischen Texten.

Aleksej Tikhonov, ist promovierter Sprachwissenschaftler und Slawist. An der Universität Freiburg arbeitet er an Transkriptionsalgorithmen mit für ukrainische, russische und jiddische Handschriften. Sein Habilitationsprojekt befasst sich mit Mehrsprachigkeit im Deutschrap und der postmigrantischen Gesellschaft. Seit 2015 schreibt er Lyrik und Prosa und gründete 2016 das osTraum Journal in Berlin mit.  

Noa Sophia Niss lebt und arbeitet in Hamburg. Sie ist Journalistin und studiert Kulturwissenschaften. Als Schriftstellerin und Dichterin konzentriert sie sich auf die Themen Selbstfindung, Liebe und Verlust. Ihre Gedichte wurden in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Zuletzt erschien ein Text in der Edition „IN LIEBE VON“ (Shift Book Verlag, 2023) vom Berliner Projekt Lost&Found, für das sie als Autorin schreibt.

Carl Ensom ist Lyriker, Autor und Fotograf. Er lebt in Berlin. Geboren wurde er 1984 in einem Land, das heute nicht mehr existiert. Doch die Verbindung bleibt bestehen, in der Suche nach Worten und ihrem Sinn. Seine Texte, die er auf seinem Blog carlensom.com und auf Instagram (@carlensom) veröffentlicht, handeln immer wieder vom episch Natürlichen, dass den Kampf gegen die unvermeidliche Zerstörung durch den Menschen noch nicht aufgegeben hat.

Ansgar Riedißer schrieb journalistische Beiträge. Literarische Texte erschienen im „Jahrbuch der Lyrik“ 2017 und 2018, im Magazin „Die Epilog“ und in Übersetzung im finnischen Lyrikmagazin „Tuli & Savu“. Von 2018 bis 2021 war Riedißer Co-Moderator des Podcast „Männerkitsch“. Für die Treffen junge Szene der Berliner Festspiele moderiert er. Riedißer promoviert in Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin.

Poets' Corner, 2023 © Matthias Kniep

Vortrag/Diskussion

Do, 11.07.2024, 18 Uhr

Holger Meins als Kameramann an der DFFB 1966-1968

Vortrag von Frederik Lang

Die Fernsehaufnahmen von der Festname der als RAF-Terroristen gesuchten Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Holger Meins gehören ebenso zur bundesrepublikanischen Bilderikonographie der 1970er Jahre wie das Foto des ausgemergelten Leichnams von Holger Meins, der am 9. November 1974 in Haft im Hungerstreik verstorben war. Einige Jahre zuvor hatte Holger Meins noch selbst Bilder aufgenommen, als Student an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Seinen Kommilitonen wie Dozenten galt er als begabtester Kameramann des ersten Jahrgangs 1966. In einem Vortrag mit Filmausschnitten stellt Frederik Lang, Kurator der Ausstellung Das erste Jahr. Aufbruch an der DFFB 1966/67, die Kameraarbeit von Holger Meins vor.

Dreharbeiten zu "Das Vöglein" von Hartmut Bitomsky und Holger Meins

Lesung/Gespräch/Film, Vortrag/Diskussion

Mi, 17.07.2024, 18 Uhr

70 Jahre Sender Freies Berlin

Vortrag / Lesung mit Alexander Kulpok

Vor 70 Jahren am 1. Juni 1954 ging der Sender Freies Berlin, die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt für das „besondere Bundesland West-Berlin“ auf Sendung. Der Rundfunkpionier Alfred Braun machte früh um 5 Uhr die Eröffnungsansage „Achtung, Achtung, hier ist Berlin!“ In Berlin gehörte in den 1950er Jahren die Teilung der Stadt zum Alltag. Obwohl Schutt und Trümmer noch überall sichtbar zum Bild der Stadt gehörte, spürte man in den Ost- und Westsektoren von Berlin Aufbruchsstimmung.

Alexander Kulpok war seit Juni 1954 als Reporter, Redakteur und Moderator beim Sender Freies Berlin und berichtet mit Tonbeispielen von ersten Hörfunkbeiträgen aus der Anfangszeit dieser West-Berliner Institution in den Tagen des Kalten Krieges.

Bei schönem Wetter findet die Veranstaltung im Freien statt. Begrenzte Teilnehmerzahl. Bei Interesse bitten wir um Anmeldung telefonisch oder via E-Mail an: museum[at]charlottenburg-wilmersdorf.de / Fon +49 30 - 90 29 24 106

Jochen Richert (l.), der Begründer der Fernsehlotterie und Alexander Kulpok

Konzert

Do, 18.07.2024, 18 Uhr

Berliner Saxophon Quartett: „Musique pour faire plaisir“

Mit dem Berliner Saxophon Quartett gastiert in unserem Garten eines der führenden europäischen Kammermusikensembles. Seit seiner Gründung 1983 ist das Quartett international getourt. Die Musiker Clemens Hoffmann (Sopransaxophon), Theo Nabicht (Altsaxophon), Christof Griese (Tenorsaxophon) und Friedemann Graef (Baritonsaxophon) stellen bei uns ihr neues Repertoire vor: „Musique pour faire plaisir“ ist eine Sammlung von Kompositionen zwischen unterhaltsamer Klassik, humorvoller zeitgenössischer Musik, jazzbeeinflussten Werken und Tangos, die einen wunderbaren Sommerabend verspricht.

Ein Konzert im Rahmen von „Draussenstadt 2024“.

Die Veranstaltung findet bei schlechtem Wetter im Museum statt.
Anmeldung erwünscht: 030-90 29 24 106 oder via E-Mail museum[at]charlottenburg-wilmersdorf.de.

© Berliner Saxophon Quartett